Der Bibellese-Sonntag: Gottesdienstentwurf

Thema: „Die Bibel – Neugierde willkommen!“

Hier finden Sie einen Entwurf, wie so ein Bibellese-Sonntag aussehen könnte.

Kerngedanke: Wer die Bibel immer wieder neugierig liest, wird reich beschenkt – nicht automatisch und nicht immer, aber „immer wieder“: Wir lernen Gottes Geschichte mit den Menschen besser kennen, dabei auch uns, und – Gott selbst! Das Bibellesen dient also nicht (nur) dazu, Neugier oder Wissensdurst zu stillen, sondern ist ein Teil des kommunikativen Geschehens zwischen Gott und uns.

Hinweis: Der nachstehende Entwurf bezieht sich auf einen einzelnen Gottesdienst. Ein umfangreicherer Impuls zum Bibellesen, der das gesamte Gemeindeleben innerhalb eines Zeitraumes von zwei Wochen umfasst, findet sich an anderer Stelle unter dem Titel „Ein Bibelwort kauen“.

1. Der Ablauf

Der Gottesdienst sollte grundsätzlich ein „normaler“ Gottesdienst sein, sich also der bekannten liturgischen Elemente und des bekannten Ablaufs bedienen.

  • Votum und Begrüßung
  • Lied
  • Gebet
  • Berichte/Zeugnisse
  • Schriftlesung
  • Lied
  • Aktion
  • Predigt
  • Lobpreiszeit
  • Gebete (Dank- und Fürbittegebete)
  • Abschluss und Segen

2. Konkrete Ideen

  • Liedvorschläge

    Folgende Lieder passen zum Thema:

    • „Dein Wort ist ein Licht auf meinem Weg“
    • „Herr, dein Wort, die edle Gabe“
    • „Herr, dein Wort ist unvergleichlich“
    • „Vater ich will dich preisen“
    • „Das Ja der Liebe“ („Im Anfang war das Wort“)
    • „Das wichtigste Buch auf der Erde“
    • „Jesus Christus segne dich“(als Schlusslied)

    Kindgerechte Lieder:

    • „Ich bin ein Bibelentdecker“
    • „Die B-I-B-E-L ist Kraft- und Freudenquell“ (evtl. als Liedvortrag mit Hochhalten von Buchstaben)
    • „Read your Bible, pray every day“
    • „In des alten Bundes Schriften”
    • „Bibelbücher Rap“
  • Berichte / Zeugnisse

    Bei „Bericht/ Zeugnisse“ wäre es schön, wenn 2 bis 3 Personen (generationenübergreifend) etwas von sich erzählen. Zum Beispiel: „Das habe ich mit der Bibel erlebt“ oder „Mein Lieblings-Bibelvers ist …, weil …“

  • Aktionsvorschläge

    Variante 1: „Bibel-Regal“

    „Die Bibel ist eine Bibliothek (evtl. besser verständlich: Bücherei?)“ -> Vielfalt und Reichtum der Bibel visualisieren; z.B. Kinder bringen Plakate nach vorne, welche die biblischen Bücher(gruppen) darstellen und in ein (gemaltes?) Bücherregal eingestellt u. sortiert werden.

    Variante 2: „Bibel-Puzzle“

    Der Bibellesebund hat 2010 ein Bibel-Griffregister für Kinder entwickelt, das jedem biblischen Buch ein Symbol und eine kurze Inhaltsangabe zuordnet. Je nach Größe der Gottesdienstgemeinde und der zur Verfügung stehenden Zeit kann mit den Symbolen und den kurzen Inhaltsangaben gearbeitet werden.

    Wenn fünf Minuten zur Verfügung stehen: Fünf Symbole und die zugehörigen fünf Inhaltsangaben werden auf insgesamt zehn großformatige „Puzzle-Stücke“ kopiert/geklebt. Diese Stücke werden von zehn Helfern in durchmischter Anordnung nach vorne getragen. Wer kann Symbol und Inhaltsangabe richtig zusammenfügen und das biblische Buch benennen? (Es ist sinnvoll, auch das Matthäus-Evangelium „puzzeln“ zu lassen.)

  • Predigtvorschläge

    Matthäus 12,1-8: „Die Bibel – Lesen macht den Unterschied!“ –  1. Wer sollte lesen?  2. Was soll man lesen?  3. Wer fragt nach dem Lesen der Schrift? – Zielgedanke (Predigtskizze hier)

    Matthäus 2,1-12: „Ein präziser Wegweiser: die Bibel“ –  1. Unklare Leitsterne, 2. Der präzise Wegweiser: die Bibel, 3. Nicht nur aufschlagen, sondern aufbrechen! – Zielgedanke  (Predigtskizze hier)

  • Gruppenideen

    Wenn gewünscht, kann der Gottesdienst auch durch Gruppenaktionen aufgelockert werden. Alternativ zur Predigt treffen sich dann parallel verschiedene Gruppen, in denen derselbe Bibelabschnitt auf andere Weise miteinander betrachtet bzw. „erarbeitet“ wird. Bewusst werden die Gruppen nicht nach Alter eingeteilt – vielmehr darf jeder in die Gruppe gehen, die ihn am meisten interessiert. Der Grundgedanke ist, den Teilnehmern andere Zugangswege zum Erschließen der biblischen Inhalte anzubieten. Das ist gewiss ungewohnt, eröffnet aber neue Perspektiven. Dem Gottesdienstleiter kommt die Aufgabe zu, dieses Angebot verschiedener Gruppen gut zu erklären und freundlich zur Teilnahme einzuladen.

    Mit den Gruppenleitern ist im Vorfeld des Gottesdienstes abzusprechen, wie lange diese Phase des Gottesdienstes einzuplanen ist, damit die Inhalt bzw. die Dauer der Gruppenaktivitäten darauf abgestimmt werden kann.

    Gruppe(n) „Bibelgespräch“:

    Der Predigttext wird miteinander gelesen und dann im Gruppengespräch bedacht. Jeder Teilnehmer sollte dazu in einer Bibel mitlesen können. Wünschenswert ist, zügig miteinander ins Gespräch einzutreten. Gruppengröße maximal 10 Personen; evtl. mehrere Gruppen bilden. (Literaturhinweis: Daniel Rempe (Hg.). 41  Methoden zum Bibellesen mit Gruppen. Neukirchener; Brunnen, 2012.)

    Gruppe(n) „Lebendige Bilder“:

    Der biblische Text wird vorgelesen – mit vielen und angemessen langen Pausen. Zeitgleich spielen die Teilnehmer das Geschehen nach. Durch die Veranschaulichung können sich überraschende neue Blickwinkel ergeben, die schon bei der Darstellung selbst einen „Aha“-Effekt hervorbringen. Gruppengröße maximal 10 Personen; evtl. mehrere Gruppen bilden. (Literaturhinweis: Tobias v. Boehn. Mit Bildern erzählen. C & P  Verlag, 2009.)

    Gruppe(n) „Modellierende Darstellung“:

    Mittels (viel!) Knetmasse wird das Geschehen „handgreiflich“, das zunächst vorgelesen oder auch nacherzählt wird. Erfahrungsgemäß haben nicht nur Kinder große Freude daran, sondern auch Erwachsenen entdecken bereichernde Aspekte durch diese Darstellungsweise.

    (Hinweis: Rezepte zur Herstellung von Knete gibt es im Internet. Stellen Sie außerdem ein paar Töpferutensilien und Unterlegplatten bereit.)

  • Gebetsideen

    Einige Vorschläge für Gebetsthemen:

    • Dank für die Erfahrungen oder Einsichten innerhalb der Gruppen.
    • In den weiteren Gebeten werden die weltweite Arbeit an der und die Dienste mit der Bibel ausdrücklich thematisieren: z. B. die Arbeit von Übersetzern. Völker, die die Bibel nicht in ihrer Sprache haben. Verbreitung von Bibeln, Verfügbarkeit für Menschen in allen Ländern/an allen Orten. Alphabetisierungs- und Schulungsprogramme. Verfügbarkeit und Vielfalt unserer deutschen Übersetzungen. Mobile Bibelausstellungen und Bibelmuseen. Bibelgesellschaften als Unterstützer für Gemeinden.
    • Bibelgesprächskreise bzw. Bibelkreise in der eigenen Gemeinde. Unser Umgang mit der Bibel. Unsere Bereitschaft, uns vom Wort Gottes prägen zu lassen u. unseren Willen, das Erkannte zu tun …

3. Ideen für eine Sendung in den Alltag

Als Verlängerung des Gottesdienstes in den Alltag hinein wurden zwei Hefte entwickelt, die jedem Gottesdienstteilnehmer am Ende mitgegeben werden sollen. Das eine Magazin richtet sich speziell an Teens und Jugendliche, das andere an Erwachsene. Sie beinhalten sechzig Seiten Bibelteil, der in einer jeweils anderen Übertragung bzw. Übersetzung abgedruckt wurde. Die Bibeltexte sind in den beiden Magazinen jeweils identisch. Die Hefte eignen  sich hervorragend für

  • Die persönliche Bibellese zu Hause
  • Lesen in der Familie
  • Bibelgesprächskreise
  • Hauskreise
  • Teen(haus)kreise
  • Weitere Gottesdienste
  • Mitbringsel für Besuchsdienste
  • Freizeiten
  • und vieles mehr…

Mehr dazu hier…

4. Abschließender Vorschlag: Gemeinsames Mittagessen

Das Besondere des heutigen Miteinanders kann durch ein gemeinsames Mittagessen abgerundet werden.
Vielleicht eignet sich ja dazu ein Buffet, zu dem jeder etwas beiträgt?