Gottesdienst

Die zu diesem Konzept gehörenden Gottesdienste sollen nicht nur ihrem „Besuch“ dienen, sondern vielmehr eine „Teilnahme“ ermöglichen. Eine proaktive Haltung der Gottesdienstteilnehmer kann – zu gegebener Zeit – in aktives Handeln münden, hier also in konkretes „Anteil nehmen“ und „Anteil geben“ an dem, was Gott durch sein Wort bei uns bewirkt.

  • Vorlauf

    Bibeltext, der bedacht werden soll, in der Gemeinde bekannt geben

    Die grundlegende Idee des Konzepts „Ein Bibelwort kauen“ sollte der Gemeinde bereits einige Zeit im Voraus bekannt sein. Die Bekanntgabe des konkreten Bibeltextes hingegen braucht erst am Anfang der zwei Wochen zu erfolgen. Auf welche Weise eine Gemeinde sich zuvor auf einen bestimmten Bibeltext geeinigt hat), ist zweitrangig. Ein hohes Interesse an könnte etwa entstehen, wenn auf Basis einer kleinen Vorauswahl darüber abgestimmt wird. Eine andere Variante wäre, innerhalb einer Predigtreihe bei einer Stelle geplant länger zu verweilen und zu diesem Zweck dieses Konzept zu nutzen. So könnte etwa der hier vorliegende Vorschlag den Beginn einer Reihe über die Bergpredigt (Matthäus 5-7) darstellen, oder aber in einer längeren Predigtreihe zum Matthäus-Evangelium eine Phase der Intensivierung darstellen.

    Team zusammenstellen, das den zweiten Gottesdienst vorbereitet

    Ein erstes Treffen findet statt, in dem gemeinsam mit dem Verkündiger überlegt wird, auf welche Weise die zu erwartenden Beiträge der Hauskreise dargestellt bzw. eingebunden werden sollen. Auf Grundlage dieser Überlegungen werden die Fragen und Hinweise formuliert, die den Teilnehmern des „Ersten Gottesdienstes“ mitgegeben werden.

  • Erster Gottesdienst

    Predigt zum bekannt gegebenen Bibeltext: Matthäus 5,1-12

    Predigtidee: „Lebensperspektiven unter Gottes Königsherrschaft“

    Einordnen der Seligpreisungen in ihren größeren biblischen und theologischen Zusammenhang, Auslegung im historischen Kontext, exemplarische Anwendung  ausgewählter Seligpreisungen. Thematische und didaktische Öffnung für das persönliche Bibellesen und die Hauskreistreffen während der zweiten Woche: Was bedeutet die Spannung zwischen „schon jetzt“ und „noch nicht“ für uns?

    Liedvorschläge passend zum Bibeltext und zu gedanklich verknüpften Themenfeldern:

    Selig sind, die Frieden stiften – Liederbuch: Feier Jesus 3, Nr. 190
    Selig sind, die reinen Herzens sind – Liederbuch: Ich will dir danken, Nr. 105                                
    Hört, wen Jesus glücklich preist – Liederbuch: Ich will dir danken, Nr. 229

    Vom Verkündiger werden außerdem weiterführende Fragen formuliert, die als Grundlage für ein Zusammentragen der (Gruppen-)Ergebnisse bzw. deren Präsentation am nächsten Sonntag dienen. Zu diesem Zweck erstellt der Verkündiger ein Handblatt, auf dem er seine Predigtgliederung mitsamt den wesentlichen Gedanken abdruckt, sowie Fragen und hilfreiche Hinweise fürs Weiterdenken formuliert. Jeder Gottesdienstteilnehmer erhält ein solches Handblatt. Die Hauskreise verwenden diesen Aufriss als Grundlage für ihr Gespräch beim zweiten Treffen sowie für das Zusammentragen der Gedanken, die sie zum zweiten Gottesdienst beitragen wollen.

  • Zweiter Gottesdienst

    Kerngedanke ist das Zusammentragen und Bündeln der Beiträge, die in den Hauskreisen bzw. Kleingruppen vorbereitet wurden. Das ist vermutlich ein kleines Wagnis, weil nicht im Einzelnen bekannt ist, welche inhaltlichen Beiträge kommen – es ist andererseits eine große Chance, aus dem Reichtum gemeinsamen Bibellesens zu schöpfen. Es wird bei der endgültigen Planung des Gottesdienstes während „Woche 2“ helfen, vorher mit den jeweiligen Ansprechpartnern aus den Gruppen abzusprechen, wie viel Zeit ihre Beiträge einnehmen dürfen. Weniger praktikabel erscheint es, auch Einzelpersonen spontan beitragen zu lassen, sofern das nicht der gängigen Praxis entspricht. – Klar ist in jedem Fall, dass ein solcher Gottesdienst mehr Flexibilität verlangt als sonst üblich.

    Roter Faden: Der inhaltliche Faden des Ersten Gottesdienstes wird aufgenommen und weiter gesponnen. Dazu wäre eine kurze (!) Einleitung durch den Verkündiger hilfreich.  Nach der Präsentation der einzelnen Beiträge könnte eine inhaltliche Bündelung erfolgen und in einen Ausblick münden. Vielleicht aber wollen Sie die präsentierte Vielfalt auch bewusst stehen lassen (etwa als Ausstellung nach dem diesem Gottesdienst) und so zum Nach- und Weiterdenken anregen.

    Vorbereitung: Ein Team, zu dem auch der Verkündiger des Ersten Gottesdienstes gehört, teilt sich die  Aufgaben bei der Vorbereitung und Durchführung des Zweiten Gottesdienstes.

    Hilfsmittel bereitstellen: Stellwände, Pinnwand, Bildleisten, Sketchboard?